| 
Eines unserer wichtigsten Ziele ist es, Sie bei der Entwicklung
eines medizinischen Aktionsplans zu unterstützen und
Sie zur sofortigen Umsetzung dieses Plans zu ermutigen und
zu befähigen. Lassen Sie sich niemals einreden, dass
es nichts gäbe, was getan werden könnte. Es gibt
immer etwas, das unternommen werden kann – in jeder
Schwangerschaft. Unten stehend finden Sie Richtlinien, mit
denen Sie Ihren medizinischen Aktionsplan entwickeln können.
Sie können sie nacheinander abhaken und die Liste dabei
selbstverständlich erweitern. Wir stehen Ihnen bei jedem
Schritt zur Seite. Vergessen Sie nicht, es gibt hervorragende
Ärzte und hervorragendes medizinisches Personal. Sie
sind da, um Ihnen zu helfen. Aber es handelt sich hier um
Ihre Babys und dies ist Ihre einzigeChance, alles Menschenmögliche
für sie zu tun. Niemand gibt sich dem Kampf gegen diese
Krankheit mehr hin als Sie, niemand ist motivierter. Führen
Sie sich das vor Augen – dann können Sie sicher
sein, dass Ihre Babys wissen, dass Sie alles Menschenmögliche
für sie tun. Wenn Sie von Herzen sagen können, dass
Sie alles Menschenmögliche für sie getan haben,
dann haben wir unsere schwierigste Aufgabe erfüllt. Diesen
Frieden wünschen wir Ihnen. (Bitte Folgendes ganz durchlesen.)
Entwickeln Sie einen medizinischen Aktionsplan. Lesen Sie
die Website der Stiftung durch und erstellen Sie auf Grundlage
folgender Fragen einen Plan: „Was machen wir, wenn sich
beim nächsten Ultraschall keine Veränderung bei
den Babys zeigt? Was machen wir, wenn sich beim nächsten
Ultraschall erkennen lässt, dass sich die Situation der
Babys verbessert hat? Was machen wir, wenn sich das Syndrom
beim nächsten Ultraschall verschlimmert hat?“ Stellen
Sie sich diese Szenarien vor und planen Sie Ihre Vorgehensweise,
so dass Sie nicht ein zweites Mal in Schockzustand verfallen.
Das Erstellen eines Plans für den Notfall wird Ihnen
die Angst nehmen und Ihnen das Gefühl geben, die Situation
besser unter Kontrolle zu haben.
Fangen Sie mit Bettruhe und dem Trinken von 3-4 Boost- oder
Ensure High Protein-Getränken an, wie in den Abschnitten
über Bettruhe, Ernährung und Gebärmuttermund
erläutert. Lassen Sie unbedingt wöchentliche Ultraschall-
und Gebärmuttermunduntersuchungen von einem Perinatologen
vornehmen, der Erfahrung mit Risikoschwangerschaften hat.
Selbst wenn die Warnsignale für das fetofetale Transfusionssyndrom
weniger oder schwächer geworden sind, setzen Sie die
wöchentlichen Ultraschallaufnahmen trotzdem weiter fort.
Die Ultraschalluntersuchungen sind unerlässlich, um sicherzustellen,
dass sich das Syndrom nicht weiter verschlimmert hat, oder
wenn es sich verschlimmert hat, um weitere Maßnahmen
vorzunehmen, die Ihren Babys helfen können. Wenn Ihr
Muttermund nachgibt, kann zur Verstärkung des Muttermundes
bis zur 25. Schwangerschaftswoche eine Cerclage angebracht
oder der Muttermund zugenäht werden.
Nehmen Sie Kontakt zu anderen Familien auf, die das fetofetale
Transfusionssyndrom und verschiedene Behandlungsarten durchgemacht
haben.
Nehmen Sie Kontakt zu anderen Spezialisten auf, die verschiedene
Behandlungsarten für das fetofetale Transfusionssyndrom
anbieten. Lassen Sie diesen Ihre Ultraschallergebnisse zukommen.
Nehmen Sie sie in Ihr medizinisches Team mit auf
Holen Sie sich eine zweite Meinung von einem anderen Spezialisten
in Ihrer Nähe ein.
Suchen Sie im Internet nach weiteren Informationen, die Ihnen
helfen könnten.
Setzen Sie sich an einem ruhigen Ort zusammen, halten Sie
sich an den Händen und sehen Sie sich in die Augen. Stellen
Sie sich folgende Fragen: „Welche Entscheidung ist die
richtige für unsere Babys? Mit welcher Entscheidung können
wir für den Rest unseres Lebens zurechtkommen? Welche
Entscheidung wird uns den Frieden geben...dass wir alles Menschenmögliche
für unsere Babys getan haben?“
Hören Sie auf Ihre innere Stimme und vertrauen Sie ihr.
Die Antworten werden kommen. Das versprechen wir Ihnen.
Wenn Sie
eine Entscheidung getroffen haben, veranlassen Sie sofort
das Entsprechende. Ziehen Sie die besten Spezialisten für
die jeweilige Behandlung heran, um sicherzustellen, dass die
Behandlung korrekt durchgeführt wird.
Entwerfen
Sie einen Reserveplan. Nach der Diagnose des fetofetalen Transfusionssyndroms
haben Sie einen ersten Aktionsplan für die Behandlungen
entworfen; dann sollten Sie sich einen Reserveplan zurechtlegen.
Wie oben erwähnt, sollte der Reserveplan für den
Fall entwickelt werden, wenn die erste Behandlung nicht effektiv
ist. Wenn der Reserveplan eine Laseroperation umfasst, sollten
alle Vorkehrungen (Fahrt- bzw. Reisekosten, Hotel, Versicherung
und Kontaktaufnahme mit dem Laserchirurgen) bereits im Vorfeld
getroffen worden sein, um im Falle eines Falles innerhalb
Stunden aufbrechen zu können
Entwickeln Sie einen umfassenden Plan. Dieser Plan sollte
Folgendes beinhalten: ein mögliches Geburtsdatum; ob
Sie auf natürlichem Wege oder per Kaiserschnitt entbinden
wollen; wann den Babys Steroidspritzen gegeben werden sollen;
wie die Warnsignale vorzeitiger Wehen aussehen; können
Sie vorzeitige Wehen zu Hause überwachen lassen; was
passiert, wenn Sie entbinden und alles gut geht; bei welchen
Anzeichen ist eine Notfallentbindung nötig; Bettruhe
und Ernährungsberatung. Ordnen Sie bereits vor der Geburt
an, dass die Plazenta von einem Pathologen untersucht werden
soll. Die Stiftung hat bezüglich des fetofetalen Transfusionssyndroms
ein Protokoll zur Plazentaanalyse in englischer Sprache entwickelt.
Es enthält schrittweise Anweisungen zur Durchführung
einer Plazentauntersuchung, um das Syndrom und die Plazentaaufteilung
zu bestätigen. Diese Informationen sind für die
medizinische Forschung und für die Vervollständigung
unseres Registers entscheidend. So werden Sie die Antwort
darauf erhalten, warum Ihnen das passiert ist.
Statten Sie der Frühchenstation einen Besuch ab und vereinbaren
Sie vorsorglich einen Termin mit einem Neugeborenenspezialisten.
Bringen Sie das Geschlecht Ihrer Babys in Erfahrung und geben
Sie ihnen Namen. Mit der Diagnose dieser Krankheit werden
Eltern in eine medizinische Welt geworfen, über die sonst
niemand spricht oder für die niemand vorbereitet sein
kann. Ihren Babys Namen zu geben ist etwas, das Sie tun können
und das nichts mit Medizin zu tun hat... Etwas, das bei jeder
Schwangerschaft normal und natürlich ist. Es ist etwas
ganz Besonderes und Bedeutsames; so können Sie Ihre Babys
ansprechen und andere daran teilhaben lassen.
Seien Sie ehrlich zu Ihren Freunden und Familienmitgliedern
und sagen Sie ihnen, in welchem Ausmaß Sie sie an dieser
Situation teilhaben lassen möchten. Umgeben Sie sich
nur mit Menschen, die Ihnen Kraft, Trost, Liebe, Unterstützung
und Hoffnung geben. Das ist in Ordnung so. Sie müssen
sich jetzt aufeinander und auf Ihre Babys konzentrieren. Dies
ist eine sehr private Angelegenheit. Manche möchten gerne
von vielen Menschen umgeben sein, andere nicht. Beides ist
in Ordnung. Je mehr Sie jedoch darüber, was passiert,
sprechen können, desto mehr wird Ihnen das im Endeffekt
helfen.
Vergessen Sie nicht, dass Sie Kontrolle über diesen Aktionsplan
haben. Andere können Ratschläge geben und ihre Meinungen
äußern, Sie aber treffen die Entscheidungen. Wenn
Sie von einem Arzt betreut werden, der das nicht versteht,
dann ist das nicht der richtige Arzt für Sie. Es ist
wichtig, ein medizinisches „Team“ zu haben, das
den Kampf gegen diese Krankheit nicht aufgibt. Und Sie sind
diejenigen, die die endgültigen Entscheidungen treffen.
Wenn Sie so handeln, werden Sie keinen Grund für lebenslange
Reue haben. Sie wissen dann, dass Sie sich entsprechend informiert
haben, dass Sie auf Ihr Herz und auf Ihre innere Stimme gehört
haben und dass Sie eine Entscheidung auf Grundlage der zu
diesem Zeitpunkt verfügbaren Erkenntnisse getroffen haben,
die am besten für Ihre Familie war. Mit zunehmender Erweiterung
der wissenschaftlichen Erkenntnisse kann es passieren, dass
Ihnen andere Informationen zu Ohren kommen werden. Zu diesem
Zeitpunkt aber haben Sie nach bestem Wissen und Gewissen die
richtige Entscheidung getroffen. Diese Entscheidung wird Sie
in Frieden leben lassen
Wenn Sie all diese Punkte
berücksichtigen, werden Sie feststellen, dass die erdrückenden
Gefühle, die Sie zum Zeitpunkt der Diagnose hatten, vergehen
werden. Dann werden Sie eher das Gefühl haben, das Ganze
mehr unter Kontrolle zu haben, und bereit sein, sich auschließlich
auf die Dinge konzentrieren zu können, die für Ihre
Betreuung und die Ihrer Babys relevant sind.
|